Der Judenpogrom 1938: Von der »Reichskristallnacht« zum Völkermord (Die Zeit des Nationalsozialismus)

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+++ Das Überblickswerk zum Pogrom an den Juden 1938 +++

Das Attentat des 17-jährigen Herschel Grynszpan auf einen deutschen Botschaftsangehörigen in Paris lieferte den Nationalsozialisten den Vorwand zu dem von oben organisierten reichsweiten Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 fielen fast alle der noch verbliebenen 400 Synagogen den Brandstiftungen und Plünderungen bierseliger Parteigenossen zum Opfer.

Die Feuerwehr griff nur dort ein, wo »arische« Nachbargrundstücke gefährdet waren. An die hundert Juden verloren in dieser Nacht ihr Leben, 7 500 jüdische Geschäfte wurden demoliert und ausgeraubt. Rund 30 000 vornehmlich wohlhabende Juden prügelte man aus ihren Häusern und Wohnungen und verschleppte sie in Konzentrationslager; viele von ihnen kamen nicht mehr zurück.

Der ironisch-verharmlosende Begriff »Reichskristallnacht«, den der Volksmund bald gebrauchte, wird diesen Ereignissen schwerlich gerecht. Dieser Band enthält Beiträge zur Vorgeschichte des Geschehens, geht auf die handfesten ökonomischen Interessen bei der bald folgenden Zwangsenteignung – »Arisierung« – jüdischer Betriebe ein und dokumentiert Zeitzeugenberichte. Zehn Historiker und Zeitzeugen aus fünf Ländern haben an diesem Buch mitgewirkt.

Das Attentat des 17-jährigen Herschel Grynszpan auf einen deutschen Botschaftsangehörigen in Paris lieferte den Nationalsozialisten den willkommenen Vorwand, um zu einem vernichtenden Schlag gegen die jüdische Bevölkerung auszuholen. In der Nacht des 9. November 1938 wurde die SA und andere eifrige Parteigenossen auf den jüdischen "Feind" losgelassen. Polizei und Feuerwehr hatten Befehl, nicht einzugreifen, außer "arische" Wohnungen und Grundstücke wären gefährdet. Juden wurden misshandelt, ermordet, aus ihren Wohnungen vertrieben und zu Tausenden in Konzentrationslager verschleppt; fast alle der noch verbliebenen 400 Synagogen fielen Brandstiftungen zum Opfer; 7.500 jüdische Geschäfte wurden vom NS-Mob ausgeraubt und ihre Fensterscheiben größtenteils zertrümmert, was dem Pogrom im Volksmund den ironisch-verharmlosenden Namen "Reichskristallnacht" einbrachte.

Zwar strafte die weitgehende Passivität der deutschen Bevölkerung die Behauptung von Propagandaminister Goebbels Lügen, das Pogrom sei eine "spontane Vergeltung" für das Pariser Attentat; Widerstand gegen die judenfeindliche Barbarei zeigte sich freilich so gut wie nirgendwo. Dieser Mangel an moralischer Substanz war das Ergebnis jahrelanger Abstumpfung gegenüber dem Schicksal jüdischer Mitmenschen und sollte der fatalen Gleichgültigkeit den Boden bereiten, mit welcher der allergrößte Teil der Deutschen nur wenige Jahre später der Deportation ihrer Nachbarn zusah. Die systematische Entrechtung und Diskriminierung der deutschen Juden, die in der "Reichskristallnacht" ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte, markierte den Beginn eines Leidensweges, der schon bald in den Gaskammern von Auschwitz enden sollte. Die Beiträge dieses Bandes gewähren einen vorzüglichen Einblick in die Vorgeschichte und den Verlauf des Geschehens, gehen auf die handfesten ökonomischen Interessen bei der bald folgenden Zwangsenteignung -- "Arisierung" -- jüdischer Betriebe ein und dokumentieren Zeitzeugenberichte. --Stephan Fingerle

+++ Das Überblickswerk zum Pogrom an den Juden 1938 +++

Das Attentat des 17-jährigen Herschel Grynszpan auf einen deutschen Botschaftsangehörigen in Paris lieferte den Nationalsozialisten den Vorwand zu dem von oben organisierten reichsweiten Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 fielen fast alle der noch verbliebenen 400 Synagogen den Brandstiftungen und Plünderungen bierseliger Parteigenossen zum Opfer.

Die Feuerwehr griff nur dort ein, wo »arische« Nachbargrundstücke gefährdet waren. An die hundert Juden verloren in dieser Nacht ihr Leben, 7 500 jüdische Geschäfte wurden demoliert und ausgeraubt. Rund 30 000 vornehmlich wohlhabende Juden prügelte man aus ihren Häusern und Wohnungen und verschleppte sie in Konzentrationslager; viele von ihnen kamen nicht mehr zurück.

Der ironisch-verharmlosende Begriff »Reichskristallnacht«, den der Volksmund bald gebrauchte, wird diesen Ereignissen schwerlich gerecht. Dieser Band enthält Beiträge zur Vorgeschichte des Geschehens, geht auf die handfesten ökonomischen Interessen bei der bald folgenden Zwangsenteignung – »Arisierung« – jüdischer Betriebe ein und dokumentiert Zeitzeugenberichte. Zehn Historiker und Zeitzeugen aus fünf Ländern haben an diesem Buch mitgewirkt.



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