Inhalt: Während alle Welt gebannt auf Amerikas unheilvolle Verstrickung im Nahen und Mittleren Osten blickt, bahnen sich anderswo weltpolitische Konflikte an. Mit der ihm eigenen visionären Kraft richtet Peter Scholl-Latour seinen Blick nach Fernost, wo in naher Zukunft gigantische machtpolitische Kraftproben zu bewältigen sind. Sein Fazit: Der unaufhaltsame Aufstieg Chinas zur Weltmacht weist die USA schon jetzt in die Schranken. Zugleich droht eine gefährliche Überdehnung amerikanischer Macht durch die gleichzeitige Herausforderung durch den Irak und Nordkorea. Erneut gelingt es Scholl-Latour, persönliche Erfahrung, tiefes historisch-kulturelles Verständnis und eindringliche Erzählkraft zu verbinden, um aktuelle Schauplätze der Weltpolitik zu beleuchten.Die USA ein Koloss auf tönernen Füßen -- das werden insbesondere die Kritiker der Bush-Doktrin gerne hören. Doch wer wegen dieses der Traumdeutung des Propheten Daniel am babylonischen Hofe entliehenen Titels erwartet haben sollte, Peter Scholl-Labour mache sich tatsächlich anheischig, dem amerikanischen Hegemon das nahe Ende vorauszusagen, hat sich getäuscht. Schon auf der ersten Seite stellt der Autor klar, dass er mit der Wahl des Titels lediglich darauf verweisen wollte, "wie prekär der Anspruch auf globale Hegemonie wird, wenn ein überwiegend merkantil ausgerichtetes Staatswesen in den Zwang strategischer Allgegenwart und einer territorialen Überbeanspruchung gerät, die man heute als 'overstretch' bezeichnet".
Tatsächlich sei die Macht Amerikas -- noch -- in keiner Weise erschüttert. Allerdings drohen die Konflikte, in die die USA mit ihrem Anspruch geraten, die Welt nach ihren Vorstellungen zu ordnen, die gegenwärtig einzige Weltmacht an die Grenzen ihrer Belastbarkeit zu führen. Die außenpolitischen Strategen in Washington seien deshalb -- auch mit Blick auf das in raschem Tempo erstarkende China -- gut beraten, sich in der Nordkorea-Frage diplomatische Zurückhaltung aufzuerlegen.
Ob sich George W. Bush und seine Regierungsmannschaft indes tatsächlich werden zügeln können, wenn Nordkorea sich weiterhin allzu selbstgewiss als zukünftige Atommacht gebärdet, ist alles andere als ausgemacht. Das weiß auch Scholl-Latour. Kenntnisreich gibt der 1924 geborene Journalist Auskunft über die politisch-historischen Hintergründe der Politik in der Region. Auch wegen des gewohnt plaudernd-anekdotischen Stils außerordentlich lesenswert. Ein Mann, wie man ihn gerne im Beraterstab des amerikanischen Präsidenten sähe -- auch im eigenen Interesse. -- Hasso Greb . KLICKEN SIE HIER, UM DIESES BUCH ZUM KOSTENLOSEN DOWNLOAD