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Ausgeführt wurde er an den Erschießungsgruben der besetzten Gebiete oder in den Gaskammern der Vernichtungslager. Doch geplant wurde der nationalsozialistische Massenmord in Berlin. In muffigen Amtsstuben saßen dort Bürokraten hinter ihren Schreibtischen und organisierten die so genannte "Endlösung". Federführend hierbei war das Referat IV B 4 für "Judenangelegenheiten und Räumung/Evakuierung" des Reichssicherheitshauptamtes, geleitet von Adolf Eichmann.
Als diesem dann 1961 in Israel der Prozess gemacht wurde, erarbeitete Hannah Arendt daraus ihre wegweisende Studie Eichmann in Jerusalem, in der sie ihn, so Yaacov Lozowick, als einen "vom Zeitgeist der Geschichte getriebenen, unscheinbaren Bürokraten" charakterisierte. Doch dieser Einschätzung von der "Banalität des Bösen" mag sich Lozowick nicht anschließen, er zieht in seinem Buch die konträre Erkenntnis: "Das Böse Eichmanns und seiner Kameraden hatte nichts Banales an sich".
Um dies zu belegen, unterzieht Lozowick das Referat Eichmanns einer genauen Analyse hinsichtlich Personal, Aufgaben, Strukturen und Arbeitsweise. Es zeigt sich der "Übergang zur operativen Handlungstätigkeit und eine nachlassende Beschäftigung mit der Theorie". Bald "wurde das tägliche Morden für Eichmann zur Routine".
In seinem Band belegt Lozowick auch durch das nationalsozialistische Vorgehen in Holland, Frankreich und Ungarn seine, anhand der Berliner Stabsarbeit errungenen Erkenntnisse: Die Verwalter des Todes wussten genau, was sie taten, ihnen war die Unrechtmäßigkeit ihrer Aktionen klar. Trotzdem "war das Reservoir an willigen Beamten gewaltig". Dies ist Lozowicks Hebel für die Kritik an Arendt. Für den Chefarchivar des Holocaust-Forschungsinstituts Yad Vashem "schmälert Arendts Modell das Menschsein der Mörder und minimiert ihre Verbrechen". Lozowick hingegen entlarvt in seinem Buch Eichmann und Konsorten als ideologisch ganz bewusst handelnde, eiskalte Bürokraten. --Joachim Hohwieler